Der Kommunikationspsychologe Friedmann Schulz von Thun hat ein Modell mit 8 Kommunikationsstilen entwickelt. Dahinter steht die Idee, dass neben dem Kontext, der Situation, in der Kommunikation stattfindet, auch die Persönlichkeit der Beteiligten Einfluss auf die ideale Kommunikationsform hat. Deshalb beschreiben die 8 Stile jeweils eine bestimmte Art und Weise, miteinander zu sprechen und zu interagieren.

Jeder der 8 Stile hat seine Vor- und Nachteile, seine Stärken und Schwächen. Deshalb beschreibt Schulz von Thun jeweils die Besonderheiten des Stils, würdigt die Ressourcen, die sie aus diesem Stil ergeben und schlägt dann jeweils Entwicklungsmöglichkeiten vor. Sie finden im Netz zahlreiche Seiten, die die Kommunikationsstile beschreiben, z.B. in einer E-Learning-Einheit der Universität Oldenburg. 

Ich habe aus den acht Kommunikationsstilen einen Fragebogen entwickelt, in dem pro Stil jeweils vier Fragen den Kommunikationsstil beschreiben. Bitte beachten Sie: Dieser Fragebogen ist noch nicht testtheoretisch validiert. Sie können den Fragebogen also nicht dazu einsetzen, um Ihr eigenes Kommunikationsverhalten oder das andere Personen zu messen. Die Fragen geben aber einen Einblick in die Unterschiede der 8 Stile.

bedürftiger Stil

  • Im Gespräch gebe ich meinem Gegenüber das Gefühl, stark und kompetent zu sein.
  • Es fällt mir leicht, andere Hilfe zu bitten.
  • Ich fühle mich oft hilflos.
  • Wenn ich nicht weiterkomme, bitte ich andere um Unterstützung.

helfender Stil

  • In Gesprächen nehme ich mir oft viel Zeit für die Problemen anderer.
  • Ich biete anderen gerne meine Hilfe an.
  • Ich fühle mich oft stark und belastbar.
  • Ich bekomme oft Anerkennung für meine starken Seiten.

selbstloser Stil

  • Im Gespräch richte ich mich völlig nach meinem Gegenüber.
  • Meine eigenen Bedürfnisse stelle ich oft in den Hintergrund.
  • Ich bin wertvoll, weil ich mich um andere kümmere.
  • Ich tue in der Regel, was von mir erwartet wird.

aggressiver Stil

  • Wenn mich in einem Gespräch jemand beleidigt, werde ich wütend.
  • Insgeheim führe ich mich manchmal minderwertig.
  • Ich habe Respekt vor Autoritäten, deshalb habe ich selbst gerne Macht.
  • In meinem Leben möchte ich mich stark fühlen.

sich-beweisender Stil

  • Es ist mir wichtig, eine gute Figur zu machen.
  • Leistung ist für mich wichtig.
  • Ich erwarte von meiner Umwelt Lob und Anerkennung.
  • Es ist manchmal anstrengend, immer gut da stehen zu müssen.

bestimmend-kontrollierender Stil

  • Wenn möglich, schütze ich mich vor unvorhergesehenen Überraschungen.
  • Es mir wichtig, das Regeln eingehalten werden.
  • Man sollte sich selbst stets unter Kontrolle haben und diszipliniert sein.
  • Ich kann gut planen und organisieren.

sich-distanzierender Stil

  • Ich nehme meistens einen sachlichen Blick auf die Dinge ein.
  • Ich mag es nicht, wenn mir Menschen in einem Gespräch zu nahe kommen.
  • Es ist mir wichtig, nicht von anderen abhängig zu sein.
  • Es fällt mir schwer, über eigene Gefühle und Empfindungen zu sprechen.

mitteilungsfreudig-dramatisierender Stil

  • Ich erzähle gerne anderen von meinen Erfahrungen und Erlebnissen.
  • Mir ist es wichtig, von anderen Anerkennung für meine Ideen zu erhalten.
  • Ich übertreibe manchmal etwas, wenn ich von mir und meinem Leben erzähle.
  • Nur wenige Menschen kennen mein wahres Ich.
Anleitung zum Unglücklich sein

Der österreichische Psychologe Paul Watzlawick veröffentlichte 1983 das Buch „Anleitung zum Unglücklich sein“. Eines der bekanntesten Beispiele aus dem Buch ist die Geschichte mit dem Hammer. Darin möchte sich einer einen Hammer von seinem Nachbarn leihen, und die Geschichte endet: „Behalten sie ihren Hammer, sie Rüpel!“. Hier erzähle ich die Geschichte als „Die Geschichte vom geliehenen Ei.“

Paul möchte sich gerne einen leckeren Eierkuchen backen. Eierkuchen lässt sich einfach und schnell zubereiten. Bekanntlich tut Süßes gut, nach einem langen Tag. Milch und Mehl hat er, aber keine Eier. Paula, seine Nachbarin nebenan hat sicher welche. Deshalb beschließt Paul zu Paula zu gehen und sich ein Ei zu leihen.

Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn Paula mir kein Ei leihen will? Gestern hat Paula mich nur flüchtig gegrüßt. Vielleicht war sie in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgetäuscht, und sie hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihr nichts angetan; die bildet sich da etwas ein. Wenn Paula mich fragen würde, ich würde ihr sofort ein Ei leihen. Aber warum tut Paula das nicht. Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen ausschlagen? Leute wie Paula vergiften einem das Leben. Und dann bildet Paula sich auch noch ein, ich sei auf sie angewiesen. Nur weil sie ein Ei hat, und ich nicht. 

Jetzt reicht es Paul aber wirklich. Es stürmt hinüber, läutet, Paula öffnet, doch noch bevor sie etwas sagen kann, schreit Paul: „Behalte deine blöden Eier! Ich esse etwas anderes.“

Es gibt mehrere Wirklichkeiten

Die Geschichte mit dem Ei illustriert: Menschen konstruieren sich ihre eigene Wirklichkeit. Paul interpretiert das Verhalten von Paula („Sie hat mich nur flüchtig gegrüßt.“) auf Grundlage seines eigenen Welt- und Menschenbilds. Er konstruiert seine eigene Wirklichkeit. In der Geschichte mit dem Ei führt diese Konstruktion von Wirklichkeit zu einem Missverständnis. Auf den ersten Blick lässt sich das Missverständnis so erklären: Pauls Konstruktion von der Wirklichkeit ist falsch. Beim genauen Betrachten wird aber klar, dass es keine richtige oder falsche Wirklichkeit gibt. Jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit, es gibt viele unterschiedliche Wirklichkeiten. Paulas Wirklichkeit ist vielleicht: „Ich mag Paul, aber ich weiß nicht ob er mich mag. Deshalb bin ich lieber etwas zurückhaltend.“ Pauls Wirklichkeit ist vielleicht: „Ich mag Paula, aber sie ist so zurückhaltend. Ich glaube sie mag mich nicht.“

Es gehören immer zwei dazu

Wenn zwei oder mehr Menschen miteinander kommunizieren, treffen zwei Wirklichkeiten aufeinander. Es geht um mehr als nur den Austausch von Informationen. Es geht darum, ob sich mein eigenes Bild von der Wirklichkeit in Einklang bringen lässt mit der Wirklichkeit des anderen. Menschen haben das Bedürfnis, ihr eigenes Verhalten und das Verhalten anderer Menschen zu verstehen. Dazu gehört, einen Grund dafür zu finden, warum ich – oder jemand anderes – in einer bestimmten Weise reagiert. Ich versuche, die Ursachen für mein eigenes Verhalten und das Verhalten anderer Menschen zu verstehen. Es geht um die Frage, wie ich Verhalten – mein eigenes, und das anderer Menschen – erkläre.

Das wird Attribution genannt: Menschen suchen nach Ursachen, und schreiben jedem Verhalten bestimmte Ursachen zu. Fritz Heider beschreibt den Menschen als naiven Wissenschaftler, der die Welt um sich herum verstehen möchte und deshalb ständig Erklärungen für Beobachtungen und Erlebnisse sucht. Dabei unterliegen Menschen aber dem sogenannten Attributionsfehler: Ich nehme an, dass Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen und Meinungen einen großen Einfluss auf das Verhalten haben, und äußere Faktoren und die Situation eine untergeordnete Rolle spielt.

Im Beispiel oben geht Paul davon aus, dass Paula ihn nur flüchtig gegrüßt hat, weil sie ihn nicht leiden kann. Die Möglichkeit, dass Paula heute einen schlechten Tag hatte oder einen stressigen Tag vor sich hat, ist für ihn unwahrscheinlich. In Bezug auf mich selbst funktioniert der Attributionsfehler genau umgekehrt: Mein eigenes Verhalten schreibe ich eher der Situation zu, auf die ich reagiere, weniger der eigenen Persönlichkeit. Attributionen können Teil der eigenen Persönlichkeit werden. Paul könnte z.B. die Attribution, dass Paula ihn nicht leiden kann, auch auf andere Menschen übertragen. Daraus könnte sich die Überzeugung entwickeln: „Ich komme nicht besonders gut bei anderen Menschen an.“ oder „Jeder ist sich selbst der Nächste.“ Diese Überzeugungen werden Beliefs genannt: Glaubenssätze darüber wie ich selbst bin, wie andere sind und wie die ganze Welt um mich herum beschaffen ist.

Das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun unterscheidet vier Ebenen einer Nachricht. Überlegen Sie sich bei der Vorbereitung eines Gesprächs, wie Sie die vier Ebenen ins Gespräch einbeziehen können.

  • Appell: Was ist das Ziel des Gesprächs? Was will ich erreichen (maximal, minimal)? Welche Wünsche oder Forderungen habe ich?
  • Sachebene: Um welches Thema geht es? Was will ich ansprechen? In welcher Reihenfolge? Welche Argumente habe ich? Wie begründe ich meine Aussagen? Gibt es Beispiele, die zeigen um was es geht?
  • Selbstoffenbarung: Wie erlebe ich die Situation, welche Gefühle habe ich? Was sind meine Bedürfnisse? Was davon teile ich im Gespräch mit?
  • Beziehung: Was kann ich für ein positives Klima tun? Wie sieht der Andere die Situation? Welchen Blick hat er auf das Thema? Wie sieht ein positiver Gesprächsabschluss aus?

Gehen Sie zur Vorbereitung eines Gesprächs die vier Ebenen einer Nachricht nacheinander durch und machen sich Notizen.

Laden Sie folgendes Dokument herunter:Konflikte_im_Quadrat.pdf






Das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

  • Mit der Sachebene ist der eigentliche Inhalt einer Nachricht gemeint: Informationen, Fakten, Sachverhalte. Hier geht es um die Frage: Ist es wahr und richtig was mein Kommunikationspartner sagt? Ist es relevant für unser Gespräch? Fehlen noch Informationen? Was muss noch diskutiert werden? Verstehe ich, was mein Kommunikationspartner sagt?
  • Jede Nachricht enthält immer Informationen über den Sender. Schulz von Thun nennt diese Ebene Selbstoffenbarung. Hier wird klar, wie es dem Sender geht, was ihn umtreibt, welche Rolle er einnimmt, womit er Schwierigkeiten hat, was er fühlt. Der Empfänger einer Nachricht kann auf dieser Ebene wahrnehmen, welche Gefühle der Kommunikationspartner hat, wofür er steht und was die eigentlichen Ziele sind.
  • Die Beziehungsebene macht klar, wie Sender und Empfänger zueinander stehen. Hier spielen Tonfall, Mimik und Gestik eine wichtige Rolle. Der Empfänger einer Nachricht kann auf dieser Ebene wahrnehmen, was der Sender von ihm hält und wie die Kommunikationspartner zueinander stehen. Auf dieser Ebene geht es um Wertschätzung oder Gleichgültigkeit, Respekt oder Verachtung, Akzeptanz oder Bevormundung.
  • Die Appellebene enthält einen Handlungsimpuls, der durch die Nachricht ausgelöst werden soll. Der Sender möchte etwas bewirken, er möchte, dass der Empfänger etwas tut oder unterlässt. Dabei kann es sich um einen offenen Appell handeln, zum Beispiel in Form einer Bitte oder einer Aufforderung, oder um einen verdeckten Appell. Der Empfänger nimmt auf der Appellebene wahr: Was möchte der Sender einer Nachricht von mir.

Der Beitrag Konflikte lösen mit dem Kommunikationsquadrat wurde übernommen von ich.raum.

Checken Sie vor dem Schlafengehen noch kurz Ihre E-Mails? Zumindest wenn es um berufliche E-Mail geht, kann das dazu führen, dass Sie schlechter schlafen und am nächsten Tag weniger Lust haben, zu arbeiten. Das haben Wissenschaftler um Christopher Barnes von der Foster School of Business in Washington untersucht. Ihr Paper wird in der Mai Ausgabe der Zeitschrift Organizational Behavior and Human Decision Processes veröffentlicht.

Befragt wurden in zwei Studien insgesamt knapp 250 Personen. Ein Teil davon waren Führungskräfte zwischen 31 und 50 Jahren, die etwa 48 Stunden pro Woche arbeiten, der andere Teil waren Angestellte ohne Führungsverantwortung, die etwas 42 Stunden pro Woche arbeiteten. Die Teilnehmenden mussten an 10 Tagen jeweils zwei Mal am Tag einen Fragebogen ausfüllen. Morgens haben sie angegeben, ob sie gut geschlafen hatten und ob sie vor dem Einschlafen beruflich noch das Smartphone genutzt haben. Nachmittag um 16:00 mussten sie den zweiten Fragebogen ausfüllen und angeben, wie motiviert und engagiert sie gerade arbeiten. Das Ergebnis: Wer vor dem Einschlafen das Smartphone nutzt, z.B. um berufliche E-Mails zu checken, schläft schlechter, fühlt sich am nächsten Tag erschöpfter und ist vor allem weniger motiviert und engagiert.

Der kurzfristig positive Effekt auf die Produktivität (eine E-Mail wird umgehend beantwortet, selbst mitten in der Nacht), hat also möglicherweise langfristig negative Auswirkungen auf die Produktivität. Nach Ansicht der Autoren kann die berufliche Smartphone-Nutzung vor dem Einschlafen und das damit verbundene schlechtere Schlafen zu weniger Motivation und Engagement am nächsten Arbeitstag führen. Es macht also Sinn, das eigene Verhalten zu überdenken: Wer am nächsten Tag fit sein will und produktiv arbeiten, sollte darauf verzichten, bis spät in die Nacht hinein, E-Mail zu beantworten.

Wie immer ist aber bei Ergebnissen dieser Art Vorsicht geboten: Es handelt sich hier um einen korrelativen Zusammenhang, der zunächst noch keine Aussagen über Ursache und Wirkung macht. Es liegt nahe, die nächtliche Smartphone-Nutzung als Ursache für schlechteren Schlaf und weniger Motivation am nächsten Tag zu sehen. Es könnte auch umgekehrt sein: Mehr Stress am Arbeitsplatz und weniger Motivation führt zu schlechterem Einschlafen. Das wiederum fördert, noch mal E-Mail zu checken. Oder es handelt sich um ein kompensatorisches Verhalten: Wer das Gefühl hat, am Tag wenig geleistet zu haben, schaut wenigstens spät abends nochmal auf das Smartphone. Auf jeden Fall gilt: Überprüfen Sie Ihre Gewohnheiten im Bezug auf die berufliche Nutzung des Smartphones und entlasten Sie sich und Ihre MitarbeiterInnen von dem Druck, jede E-Mail umgehend beantworten zu müssen. Das kann die Arbeitszufriedenheit und die Motivation steigern, und damit letztlich die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Lanaj, K., Johnson, R. E., & Barnes, C. M. (2014). Beginning the workday yet already depleted? Consequences of late-night smartphone use and sleep. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 124(1), 11–23.

Der Beitrag Vor dem Einschlafen noch E-Mails lesen führt zu schlechtem Schlaf und demotiviert. wurde veröffentlicht auf ich.raum.

Dr. Katja BettDr. Katja Bett ist Diplom-Pädagogin und arbeitet seit vielen Jahren im Bereich des E-Learnings, Blended Learnings und Webinaren als Beraterin und Online-Trainerin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der didaktisch und lernpsychologisch fundierten Gerstaltung von netzbasierten Lehr-Lernkonzepten, frei nach dem Motto didactic first! Sie hat eine Ausbildung in personenzentrierter Kommunikation und Beratung mit Schwerpunkten in der Personalentwicklung und der Gesprächspsychotherapie. Als Mentorin wird sie die erste Einheit des ich.kurs 13 begleiten, die unter dem Thema “Kommunikation lernen” steht.

Willkommen, zum ich.kurs – Interview, Katja.

Wenn du dich selbst mit drei Schlagworten beschreibst: Welche Schlagworte wären das und warum?

1. Hier und Jetzt: bin gerne in dieser Welt und in dieser Zeit, finde es sehr spannend was die Informationsgesellschaft für uns an Herausforderungen bringt

2. Familie und Freunde: sind mir wichtig (wem nicht?)

3. Offenheit und Empathie: das Miteinander gelingt nur mit Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung, eine positive Grundhaltung gegenüber dem andern, wie Carl Rogers sie in seinem personzentrierten Ansatz (person centered approch) beschrieben hat, erlebe ich als ein sehr wertvolles Gut und nicht als Selbstverständlichkeit

Was fällt dir spontan ein, wenn ich dich frage: “Was ist deine Mission?”

In Bezug auf meinen Job (der immer noch auch so etwas wie mein Hobby ist): Gutes E-Learning, Didaktisch und lernpsychologisch fundiert

Das Thema personenzentrierte Kommunikation spielt eine wichtige Rolle in deiner beruflichen Biografie. Was meint Rogers, wenn er den Begriff “facilitate” verwendet? Was bedeutet das? Für das tägliche Miteinander, im Beruf und im Privaten.

Carl Rogers versteht darunter den/die Beförderer/in und Unterstützer/in von Entwicklungsprozessen in Gruppen. Interessanterweise findet sich in der aktuellen Diskussion zum Thema E-Moderation/E-Tutoring dieser Begriff wieder. Viele verstehen unter dem E-Moderator/E-Tutor einen Facilitator (neben weiteren Aufgaben). Es ist wohl so, dass die computervermittelte Kommunikation und die Eigenheiten der digitalen Medien (und neuerdings auch die Eigenheiten der sozialen Medien) dazu führt, dass sich die Rolle der Lehrperson massiv ändert. Weg vom Lehrer hin zum Unterstützer und Prozessbegleiter. Im privaten Umfeld sehe ich mich weniger als Facilitator, das ist für mich eine professionelle Haltung, die ich einnehme, wenn ich einen Auftrag habe (egal ob Moderation, Beratung oder Lehre), im privaten Umfeld bin ich Mensch und muss nicht immer als “Beförderin” von anderen wirken, oder?

Du betreust das als Mentorin das Thema Kommunikation. Selber arbeitest Du viel online, z.B. der Ausbildung von E-ModeratorInnen, bei Online-Trainings oder der Moderations von Online-Communties. Was ist das Besondere an Online-Kommunikation? Was fasziniert dich?

Die Eigenheiten der Online-Kommunikation finde ich faszinierend und auch den Umgang damit. Ich stehe als Online-Trainerin immer wieder vor der Frage, wie ich es schaffe die so genannte soziale Präsenz in virtuellen Welten zu befödern (also das Ausmaß, wie ich den anderen als Person wahrnehme). Mimik, Gestik, Atmosphäre, Auftreten, Kleidung, Stimmung etc. wird meist nicht übertragen, auch in video/audiobasierten Umgebungen ist immer noch die Technik dazwischen geschaltet, es gibt kein unmittelbares Feedback. Wie kann ich hier diesen Mangel ausgleichen? Und noch viel spannender finde ich die Frage: Welche Vorteile sind mit der computervermittelten Kommunikation verbunden und wie kann ich diese gewinnbringend einsetzen? Gerade in den sozialen Medien gibt es einen hohen Grad an Vernetzungsmöglichkeiten, den ich Face-To-Face so niemals realisieren könnte (oder wer kann gleichzeitig in Stuttgart und München oder sonstwo auf der Welt sein?).

Warum machst du beim ich.kurs 13 als Mentorin mit?

Weil ich mal aktiv in einem Open Course mitmachen wollte (und nicht immer nur sporadisch mitlesen) und weil ich es spannend finde mal mit Johannes zu arbeiten.

2013 ist mein Jahr …

… weil ich mein Beratungs- und Trainingsunternehmen neu aufgestellt habe und mit zwei Kooperationspartner nun im Team als CLC2.0 auftrete. Nach 6 Jahren “Alleinunternehmerin” freue ich mich sehr darauf, wieder mehr zu kooperieren (und nicht nur mit Auftraggebern).

Rückmeldung und Feedback an andere Personen über Verhalten, Leistungen, Wirkungen und Erleben finden ständig statt, bewusst oder unbewusst, gezielt erbeten oder spontan. Gerade in Trainings und Seminaren sollte für explizites Feedback immer Raum sein, vor allem um die eigene Wahrnehmung (Selbstwahrnehmung) und die Wahrnehmung andere (Fremdwahrnehmung) in Einklang zu bringen, und sich so weiterzuentwickeln. Und: Feedback ist sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld eine wichtige Chance um Konflikte und Konfrontationen zu vermeiden, und konstruktiv zu bleiben. 

Besonders in formalen Settings, zum Beispiel in einem Seminar oder einem Mitarbeitergespräch ist es hilfreich, sich an einige Regeln zu halten. Diese  sind im free.tool Feedbackregeln zusammengefasst. Sie dürfen das free.tool nutzen, verändern und weitergeben – das Dokument steht unter einer offenen Lizenz.

Sie können das Dokument Feedbackregeln als .pdf über unseren Online-Shop herunterladen oder direkt aufrufen, in dem sie ihre E-Mail-Adresse angeben.

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